Dienstag, 10. Januar 2012

Weiter steigende PKV Beiträge für 2012 erwartet




Wie in jedem Jahr werden die meisten privaten Krankenkassen ihre Beiträge auch für 2012 erhöhen. Bei einigen Gesellschaften sind Steigerungen im hohen zweistelligen Prozentbereich bereits angekündigt, nur wenige Anbieter garantieren gleichbleibende Beiträge. Betroffen sind rund neun Millionen privat Versicherte.


Ursachen für die Beitragserhöhungen

Es existieren unterschiedliche Gründe für die Beitragserhöhungen, die aus wirtschaftlicher Sicht für die meisten Versicherungsgesellschaften zwingend notwendig sind. Die Kosten für Leistungen im Gesundheitswesen steigen in der Medizin kontinuierlich. Der Aufwand für Forschung und Entwicklung neuer Methoden in der Krankheitsbekämpfung ist enorm. Parallel dazu wachsen die Ausgaben für medizinisches Personal durch Abschluss höherer Tarifverträge. Viele Versicherte werden immer älter, das Risiko schwerwiegend und dauerhaft zu erkranken, steigt immer mehr an. Die Versicherer sind gezwungen, ebenso wie die privaten Krankenkassen, zunehmend höhere Beträge rückzustellen. Auch das führt zu weiter steigenden PKV Beiträgen. Anders als die gesetzlichen Krankenkassen haben die privaten Anbieter keine Möglichkeit, Leistungen zu streichen oder zu kürzen, sie müssen sich an die abgeschlossenen Verträge halten. Die ab Dezember 2012 gesetzlich vorgeschriebenen Einheitstarife, Unisex-Tarife genannt, für Frauen und Männer werden nach Einschätzung von Experten zu weiteren Beitragserhöhungen führen. Die Anpassung der Vergütung für zahnärztliche Leistungen (erstmalig seit 1988) ist als weiterer Grund zu nennen.


Fehlkalkulationen bei den Privatversicherern

Rund 50 Gesellschaften decken den kompletten Bedarf für private Krankenversicherungen und private Zusatzversicherungen ab. Sowohl bestehende als auch neue, potenzielle Kunden werden heiß umkämpft. Verdrängungswettbewerb charakterisiert diesen Markt. Nicht wenige Versicherer haben deshalb ihre Tarife zu niedrig angesetzt, einige sogar bewusst, und sind nun gezwungen, ihre Fehlkalkulationen zu korrigieren, um ihre Existenz nicht zu gefährden. Zusätzlich zu den oben genannten Gründen liegt hier eine weitere Ursache dafür, dass die PKV-Beiträge (PKV Studenten) weiter steigen.


Möglichkeiten für die Versicherten

Muss es immer der Chefarzt sein? Dies ist nur eine von vielen Fragen, die sich jeder privat Versicherte stellen sollte, wenn er nach Einsparpotenzial sucht. Allein der Verzicht auf die Chefarztbehandlung kann mehrere 100 € jährlich einsparen. Es ist jedem Versicherten zu empfehlen, den Leistungskatalog der jeweiligen Versicherungspolice Punkt für Punkt durchzuarbeiten und ggf. auf die eine oder andere Leistung zu verzichten. Auch bei der PKV Studenten ist es problematisch durch die steigenden Beiträge, denn als Student hat man meistens kein Geld und daher sind die höheren Beiträge eine weitere Belastung für alle Studenten.

Weiterhin ist der Wechsel zu einem anderen, günstigeren Anbieter eine denkbare Alternative. Hierbei ist Vorsicht geboten, weil durch den Wechsel ggf. angesparte Altersrückstellungen entfallen und möglicherweise eine neue Gesundheitsüberprüfung verlangt wird. Wenn der Vertrag mit dem bestehenden Versicherer schon einige Jahre ist, sind die Beiträge aufgrund eines deutlich höheren Einstiegsalters ggf. höher als die bisher zu entrichtenden. Die Überprüfung des bestehenden Vertrages und ein entsprechender Verzicht auf einige Leistungen stellt sich meist als die kostengünstigere Alternative dar.

Wer über der Pflichtversicherungsgrenze verdient und sich zukünftig privat versichern möchte, sollte sich genau über die auf dem Markt existierenden Angebote informieren. Zahlreiche private Krankenversicherungsrechner stehen für einen ersten Überblick zur Verfügung. Testberichte von unabhängigen Marktforschungsinstituten sind ebenfalls sehr hilfreich.
  
Bildrechte: privatekrankenversicherung.org

Kommentare:

  1. Danke für den Tipp, es kam auch schon ein Bericht in den Medien darüber

    LG Biggi

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  2. Hm, schwieriges Thema. Ich bin nun seit fast 10 Jahren privat versichert, da ist schon die ein oder andere Erhöhung dabei gewesen. Aber irgendwann ist das Einsparpotenzial einfach erschöpft.

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